Ferienschule für geflüchtete Kids im Kölner Appell

Heute beginnen die Schulferien. Und während sich die Kölner Kinder und Jugendlichen wie Bolle auf den Ferienbeginn freuen, warten etliche geflüchtete Kinder und Jugendliche seit zum Teil Monaten darauf, endlich einen Schulplatz zu bekommen. Gleichzeitig werden die von uns angebotenen Deutschkurse für Erwachsene seit Monaten regelmäßig immer wieder auch von Kindern und Jugendlichen besucht. Meistens begleiten die Kids ihre Eltern. Immer wieder erreichen uns aber auch Anfragen vom städtischen Jugendamt oder von Trägervereinen, die mit der Betreung von minderjährigen Flüchtlingen betraut sind, ob es möglich sei, dass das Kind XY bei uns mitmachen kann. In einem Kurs, der sich an Erwachsene richtet. Das spricht bestimmt für unsere Arbeit. Vor allem aber manifestiert sich in der Praxis des hilflosen Verweisens auf Angebote von städtischerseits chronisch unterfinanzierten Initiativen und Zentren ein geradezu lächerliches Verwaltungsversagen. Es ist ein Armutszeugnis, dass nicht nur die skandalösen Zustände bei der Unterbringung der vielen Geflüchteten in Turnhallen schmerzlich darauf hinweisen, dass die Stadt sich noch immer im Krisenmodus befindet. Vor allem bei der Bildung wird deutlich, dass die städtischerseits iniitierten Angebote und Kooperationen nur Stückwerk sind, und dass kein ernsthaftes Handlungskonzept verfolgt wird, um ausnahmslos alle Kinder so schnell wie möglich bei der Durchsetzung ihres Rechts auf Bildung zu unterstützen. Wie kann es beispielsweise sein, dass das Projekt „Prompt!“, in dem Lehramtsstudierende in der Notunterkunft Herkulesstraße seit 2014 Kids unterrichten, erst kürzlich auch auf andere Notunterkünfte ausgeweitet worden ist? So zumindest kann es im 8. Bericht zur aktuellen Situation der Unterbringung und Integration der in Köln untergebrachten Flüchtlinge nachgelesen werden. Wenn es schon nicht möglich ist, alle Kids regulär, anständig und möglichst schnell zu beschulen, muss es doch möglich sein, eine handfeste Alternative zu organisieren. Die Initiative „Schulplätze für Alle“, die auch vom Kölner Appell unterstützt wird, hat in einem Leserbrief an den Kölner Stadt-Anzeiger beispielsweise vorgeschlagen, während der Semesterferien die Räumlichkeiten der Uni Köln zu nutzen, um dort Sprachkurse durchzuführen.

Da wir nicht davon ausgehen, dass Maßnahmen dieser Art geplant sind, haben wir uns dazu entschlossen, in den ersten beiden Ferienwochen (11. – 22. Juli) jeweils von Montag bis Freitag von 13-15 Uhr die Ferienschule anzubieten. Damit auch geflüchtete Kids, die noch ohne Schulplatz sind, Deutsch lernen können.

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