Antirassismusgruppe


Der hohe Anteil der Menschen ohne deutschen Pass in unseren Gefängnissen – wo traditionell die Armen und Ohnmächtigen nahezu unter sich sind – ist für uns kein Ergebnis ihrer Charaktereigenschaften sondern ein Resultat ihrer strukturellen Benachteiligung. Inzwischen kann auch in den von der Bundesregierung herausgegebenen Periodischen Sicherheitsberichten nachgelesen werden, dass es einen Zusammenhang zwischen Kriminalisierung und Aufenthaltsstatus gibt. Je besser integriert Migranten sind und je fester ihr Aufenthalt, desto geringer ist die sogenannte Kriminalitätsbelastung.

Mit unserem seit Anfang der 1990er Jahre bestehenden Projekt Haftvermeidung wenden wir uns gegen ,,Law and Order“, und fordern statt der Bekämpfung der Armen die Überwindung der Armut und weisen immer wieder darauf hin, dass sich Kriminalitätsursachen nicht abschieben lassen.


Einmal wöchentlich – immer dienstags – bieten wir in der JVA in Köln-Ossendorf die Antirassismusgruppe – eine Gesprächsgruppe – an. Geleitet wird sie von zwei StudentInnen. Die Teilnehmer der Gruppe sind junge männliche Gefangene im Alter von 21 bis 24 Jahren.

www.jugendliche-in-haft.de