Berufsberatung

Am 1. Mai haben wir an unserem Info-Stand auf dem Heumarkt Wolfgang kennengelernt. In seinem Berufsleben hat er als Berufsberater gearbeitet. Auf unsere Bitte hin hat er sich bereit erklärt zu überlegen, ob er mit seinen Erfahrungen und seinem Wissen unseren Jugendlichen helfen kann. Er hat uns besucht und um die Kinder und Jugendlichen kennenzulernen, auch eine zeitlang in der Hausaufgabenhilfe mitgearbeitet. Daraus haben sich dann sehr schnell die ersten Gespräche mit Jugendlichen über ihre beruflichen Wünsche ergeben.
Dabei ist es nicht geblieben. Hier ist sein Konzept:


Für meinen Einsatz als Berufsberater im Kölner Appell habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, die ich Euch vorstellen möchte.
Ich bin der Meinung, dass die Überlegungen der Jugendlichen hinsichtlich der beruflichen Zukunft nicht früh genug beginnen können. Wobei allerdings festgehalten werden muss, dass zu einem frühen Zeitpunkt die Intensität der Betrachtungen eine andere ist, als später, wenn es in die Klasse 9 geht. In den frühen Lebensjahren werden die geschlechtsspezifischen Gesichtspunkte, die Jugendliche ausbilden, etwa mit 12 Jahren abgeschlossen sein. Wenn bis da nicht vom Elternhaus, der Schule oder sonst woher neue Erfahrungen oder Anregungen hinsichtlich geschlechtsspezifischer Rollenklischees gelernt worden sind, ist es später schwerer, dass Jungen auch mal bei sogenannten mädchenspezifischen Berufen und umkehrt Mädchen bei sogenannten jungenspezifischen Berufen Erkundungen machen und ihren Horizont der persönlichen Möglichkeiten erweitern. Das könnte für uns ein Thema für gemeinsame Überlegungen sein.
Ich möchte mich hauptsächlich mit Jugendlichen ab Klasse 9 beschäftigen.
Dabei meine ich alle Schultypen, da es auch einer Jugendlichen, die das Gymnasium besucht, unter Umständen gut tun kann, wenn sie zumindest mal – vorläufige – berufliche Ideen entwickelt hat und sieht bzw. gesagt bekommt, welche Leistungen zur Verwirklichung ihrer Ziele von ihr erwartet werden. Das kann noch einmal einen schulischen Schub bewirken.
Das gilt natürlich für alle anderen auch, nach dem Motto: habe ich ein Ziel vor Augen, weiß ich auch, wo und warum ich mich anstrengen muss.
Dabei ist mein Ziel – das des Berufsberaters -, den Jugendlichen Rüstzeug an die Hand zu geben, womit sie möglichst selbständig ihre Ziele verfolgen können. Das ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Ich weiß natürlich, dass das bei dem einen besser und bei dem anderen eher schlechter funktioniert. Nicht alle sind gleich motiviert und sofort anstrengungsbereit auch mal etwas Aufwand zu betreiben.
Die Praxis meines Einsatzes beim Kölner Appell ist zur Zeit so, dass ich über Nadira Jugendliche genannt bekomme, mit denen ich ein Gespräch führe. Natürlich sollte das auch weiterhin auf einer freiwilligen Basis für die Jugendlichen geschehen. Zwang wird da keine positiven Ergebnisse bringen. Allerdings fände ich es auch gut, wenn wir uns einmal gemeinsam Zeit nehmen, um über jeden Jugendlichen im entsprechenden Alter hinsichtlich seiner – vorläufigen – Zielsetzungen nachzudenken. Danach könnte mit den meisten ein Kontaktgespräch mit mir stattfinden. Ich könnte mir so einen Überblick verschaffen, welche Hilfestellungen sinnvoll sind und den Jugendlichen entsprechende Hinweise und Hilfestellungen hinsichtlich ihrer beruflichen Vorstellungen geben:
1. Beratungsgespräche
Daraus ergibt sich vielleicht, dass einige Jugendliche keine so großen beruflichen Vorstellungen von ihrem Wunschberuf haben. Zum Sammeln von Informationen können Printmedien oder das Internet gute Dienste leisten.
Möglich wäre aber auch, für mehrere Jugendliche oder einzelne Erkundungen durchzuführen:
2. Betriebsbesuche
Da könnten gezielt mit ein bis zwei Jugendlichen Betriebe besucht werden oder mit mehreren z.B. die Ausbildungsstätte des Kölner Handwerks in Ossendorf mit ihrer Palette von Handwerksberufen, das Handwerkerinnenhaus auf der Krefelder Straße mit Angeboten für Mädchen im Handwerksbereich. Das alles ist mehr oder weniger übertragbar auf weitere berufliche Bereiche, denn das Handwerk ist ja nur ein kleiner Teil der beruflichen Möglichkeiten und steht hier als Beispiel.
Wenn der Kreis der Interessierten genügend groß ist, ist auch denkbar, Infoveranstaltungen in den Räumen des Kölner Appell abzuhalten. So sind z.B. vielen Eltern die Möglichkeiten, die das Schulsystem bietet, nicht bekannt:
3. Infoveranstaltungen
Manche Jugendliche sind wenig selbständig und müssen „an die Hand genommen“ werden, weil sie sich z.B. nicht trauen, einen Betrieb aufzusuchen oder die Infoveranstaltung einer Schule zu besuchen. Oder sie schaffen es nicht, eine Praktikumsbewerbung oder die Bewerbung für eine Ausbildungsstelle zu schreiben. Ich bin zwar der Meinung, dass das möglichst von den Jugendlichen alleine gemacht werden sollte. Wenn aber die Notwendigkeit besteht, kann ich auch mal mitgehen oder mich mit einem Jugendlichen zusammen setzen und eine Bewerbung durchsehen oder aussetzen.


Wann:

Dienstag 15-16 Uhr

Um Voranmeldung wird gebeten.