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Aktionshandbuch

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Aktionshandbuch gegen Rassismus Edition
Der Andere Buchladen 1993
4 Euro

 

Köln International

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Köln International – ein Stadtbuch gegen Antisemitismus Rassismus und Rechtsextremismus
434 Seiten, 15-EUR (inkl. Versand)

Stadtbuch gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus:

Für alle, die sich für Demokratie und Menschenrechte engagieren wollen. Für alle, die schon seit Jahren in Köln eher neben als miteinander gegen Antisemitismus und Rassismus aktiv sind und ihre Zusammenarbeit verbessern wollen. Die im Buch versammelten Texte der verschiedenen Organisationen und Initiativen sind sehr unterschiedlich – einmal spiegelt sich darin die Vielfalt der Gruppen und Organisationen, zum anderen aber auch das Zustandekommen der Texte. Neben präzisen Selbstdarstellungen, die auf unsere Vorgaben eingingen und uns zugeschickt wurden, gibt es Texte, die wir ohne Absprache mit den jeweiligen Organisationen recherchiert und bearbeitet haben. Im Ende des Buches haben wir zwei Register aufgenommen. Das Sachregister soll zur Orientierung nach Sachgebieten dienen. Doch gibt es einige wie z.B. die Hausaufgabenhilfe, Freizeitangebote, Deutschkurse und einiges andere, die von vielen Initiativen und Organisationen angeboten werden, aber nur dort im Sachregister vorkommen, wo sie einen Schwerpunkt der Arbeit bilden.

Unser Buch soll die Menschen, die in den verschiedensten sozialen Bewegungen gegen soziale Ungleichheit kämpfen, unterstützen. Die Texte vor dem alphabetisch angeordneten Hauptteil des Handbuchs machen deutlich, dass es keine Rezepte gegen Antisemitismus und Rassismus gibt, aber auch, dass wir genügend wissen, um vernünftig handeln zu können. Pierre Bourdieu sagt: „Wenn wir nichts machen, werden die Rechtsextremen an Zulauf gewinnen.“

Foto:“Brüssel – Gesetzeswidrige Verwahrung eines Flüchtlings aus Zaire, Juli 1996″ von Sacha Hartgers aus seinem Fotobericht „Irreguläre Grenzen in Europa“, Hamburger Edition Buchpräsentation „Köln International“, 05.09.02 Buchpräsentation „Köln International“ – Pressespiegel BIR TOPLUMSAL KILAVUZ: ‚Köln International’/ Özgür Politika

Jugendkriminalität

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Kölner Stadtbuch Jugendkriminalität
Klaus Jünschke / Ugur Tekin (Hrsg):
Gegen die Kriminalisierung von Jugendlichen.
Köln 1997.
12 EUR incl. Versand

Dieses Buch, seine Entstehungsgeschichte und die mit dieser Publikation verknüpften Perspektiven verdienen besondere Aufmerksamkeit. Es ist, soweit ich es überblicke, die erste Veröffentlichung eines Handbuches, in dem neben allgemeinen Informationen zu Rechten von Kindern und Jugendlichen, Erläuterungen über Jugendkriminalität und das Sanktionensystem des JGG sowie die besondere Lage von straffällig gewordenen ausländischen Jugendlichen konkrete Hinweise auf Straf- und Straffälligenhilfeeinrichtungen in einer deutschen Großstadt enthalten sind.

Bei der Lektüre fällt immer wieder auf, daß an diesem Buch Menschen mitgewirkt haben, die sehr nah an den Problemen von Jugendlichen und ihrer Kriminalität arbeiten und über wichtige Kompetenzen und Erfahrungen im alltäglichen Umgang mit dieser Klientel verfügen. Zu den Mitarbeitern gehören nicht nur GefängnisseelsorgerInnen, Bewährungs- oder JugendgerichtshelferInnen, SozialarbeiterInnen, sondern auch Mitglieder des Vereins „Kölner Appell gegen Rassismus“ – unter ihnen die Herausgeber -, die seit 1993 in einer Gesprächsrunde in der Jugendabteilung der JVA Köln-Ossendorf das Thema Rassismus mit jungen Gefangenen diskutieren. Über diese regelmäßigen Treffen mit zumeist Jugendlichen und Heranwachsenden ohne deutschen Paß, die ca. 75% aller jungen U-Häftlinge ausmachen, erhielten sie einen tiefer gehenden Einblick in die besondere Problemlage von nicht-deutschen Häftlingen. Die bedrückenden Erlebnisse in der U-Haft und die in jener Zeit zu beobachtende Ethnisierung von Kriminalität in der Öffentlichkeit veranlasste schließlich die Gruppe, 1995 ein Projekt zur Haftvermeidung zu initiieren. Gleichzeitig wurde von den Initiatoren eine „Arbeitsgemeinschaft gegen die Kriminalisierung von MigrantInnen und Flüchtlingen“ gegründet. Beides bildete die Basis für die nun vorliegende Publikation.

Das Buch ist in vier Abschnitte aufgeteilt. Im ersten Teil werden unter der Überschrift „Kinder und Jugendliche haben Rechte“ neben den wichtigsten Vorschriften der UN-Kinderkonvention die öffentlichen und freien Träger der Kölner Jugendhilfe mit ihren Leistungsangeboten vorgestellt. Daran schließen sich vier Aufsätze zu dem Thema „Doppelbestrafung ausländischer Jugendlicher“ an, die sehr informativ die allgemeine Situation von nicht-deutschen inhaftierten Jugendlichen und Heranwachsenden sowie ihrer Probleme bei der Ausweisung und Abschiebung beleuchten. In diesem Zusammenhang beeindruckt ganz besonders die Dokumentation derartiger ausländerrechtlichen Maßnahmen, die der Gefängnisseelsorger Eberhard Bornemann aufgrund seiner Arbeit in der Jugendstrafanstalt Siegburg angelegt hat. Es handelt sich um eindrückliche Schilderungen von Einzelschicksalen, die junge Ausländer betreffen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und nach ihrem Gefängnisaufenthalt in „Heimatländer verbannt“ werden, die sie gerade mal aus Urlauben kennen.

Der dritte Teil, gleichzeitig der inhaltliche Schwerpunkt, beschreibt den „Weg ins Gefängnis“. Nach – verständlich formulierten – theoretischen Ausführungen über Jugendkriminalität werden im einzelnen alle mit der Strafverfolgung befassten Einrichtungen und Berufsgruppen, wie Polizei, RechtsanwältInnen, Jugendgerichtshilfe, Träger der Straffälligenhilfe, Jugendgericht, Jugendarrest, Vollzugsanstalten etc. in Köln vorgestellt.

Dies geschieht nicht allein in der Form eines Ratgebers mit der bloßen Veröffentlichung von Namen, Adressen und Telefonnummern, sondern der Leser wird gleichzeitig über geschichtliche Hintergründe, gesetzliche Aufgabenstellung und Arbeitsweise dieser Institutionen kritisch informiert. Da lässt sich z.B. die wechselvolle Geschichte des Kölner Klingelpützes (des traditionsreichen, mit vielen Anekdoten verbundenen Stadtgefängnisses) mit Spannung und Schmunzeln nach verfolgen.

Den Abschluss bildet das Kapitel „Alternativen“, in dessen Mittelpunkt als ein Beispiel für Jugendhilfe als Gegenstrategie zu Kriminalisierung und Ausgrenzung die offene Jugendarbeit in Köln dargestellt wird.

Auf gut 400 Seiten ist es den Autoren gelungen, ein gerade auch für Nichtjuristen lesbares Hand- und Stadtbuch vorzulegen, das lückenlos das Thema Jugendkriminalität sowie Straffälligenhilfe und -verfolgung in Köln in den unterschiedlichsten Facetten beschreibt. Das und wie sich die Autoren offen, engagiert und kritisch mit dem gegenwärtigen Kriminalisierungssystem auseinandersetzen, ist geradezu wohltuend angesichts der hartnäckigen Versuche konservativer Politiker, weitere gesetzliche Verschärfungen des Ausländer- und Jugendkriminalrechts durchzusetzen.

Dass man in dieser öffentlichen Debatte nicht nur als Verteidiger des Status quo verharren muss, sondern auch in realistischer Einschätzung eigener Möglichkeiten offensiv Wege gegen den kriminalpolitischen Trend beschreiten kann, erfährt der Leser auf dem Buchrücken: „Zur Zeit gibt es keine Chance, im Bundestag eine Mehrheit für die Abschaffung der Abschiebung von straffällig gewordenen Menschen zu finden, die in der Bundesrepublik ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben. Damit sie wenigstens verteidigt werden können, wenn ihnen die Abschiebung droht, geht der Erlös vom Verkauf dieses Buches an den Verein Kölner Rechtshilfe gegen Abschiebung von Gefangenen Körnerstr. 77-79, 50823 Köln. Dieses Buch verdient viele Leser und – ebenso wie die vorgestellten Projekte – Nachahmer in anderen Städten.

Prof. Dr. jur. Klaus Riekenbrauk
Hochschullehrer an der Fachhochschule Düsseldorf
(aus DVJJ-Journal 4/1997. Das DVJJ-Journal ist die Vierteljahreszeitschrift der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfe)

 

Jugendliche in Haft

Christiane Ensslin, Jörg Hauenstein, Klaus Jünschke (Hrsg.): Pop Shop. Gespräche mit Jugendlichen in Haft. Hamburg, April 2007. ISBN 978-3-89458-254-8

Pop Shop Vorderseite

Pop Shop, Rückseite

Am 26.06.2007 schrieb Tim Stinauer über das Buch im Kölner Stadtanzeiger:

,,Das Schlimmste ist die Langeweile“

Thomas redet nicht lange um den heißen Brei: ,,Wenn du schwul wärst“, sagt der jugendliche Häftling, ,,und du würdest das hier drin sagen, würde keiner mehr mit dir reden.“ Er selbst hätte mal einen schwulen Mithäftling erlebt: ,,Der hat am ganzen Körper gezittert, als er in die Freistunde kam. Der dachte, sie machen den alle.“ Verständnis für Homosexualität bringt Thomas‘ Mitgefangener Christian allenfalls bei solchen Häftlingen auf, ,,die 15 Jahre gekriegt haben und Sicherungsverwahrung, die nie mehr im Leben eine Frau kriegen können. Da werd‘ ich doch lieber schwul, als dass ich gar nichts mache.“

Offen und geradeheraus erzählen 20 junge Gefangene in dem neuen Buch ,,Pop Shop – Gespräche mit Jugendlichen in Haft“ über ihre Knasterfahrungen. Es ist vor allem die unverfälschte, von den Autoren kaum redigierte Sprache der Interviewten, die dem Leser einen besonders authentischen Einblick in den Haftalltag und die Gedankenwelt junger Gefangener gibt. Ein Jahr lang hat Klaus Jünschke in der Justizvollzugsanstalt in Köln-Ossendorf mit den Jugendlichen und Heranwachsenden gesprochen – über ihre Eindrücke vom Gefängnis, über ihre Familie und Freunde, ihre Erfahrungen mit Richtern und Polizisten und über ihre Taten, die sie hinter Gittern gebracht haben. Christiane Ensslin hat die mehr als tausend Seiten Gesprächsprotokolle überarbeitet, Jörg Hauenstein hat die Fotos gemacht. ,,Richtig gut“ sei das Buch geworden, findet Bruno (22), einer der 20 befragten Insassen. ,,Genauso wie es da steht, ist es auch im Knast. Das ist absolut realistisch.“

So schildert in dem Band Häftling Fred: ,,Das Schlimmste hier ist die Langeweile, von keinem mehr was zu hören.“ Dazu die Angst, der Kontakt zur Freundin könne abreißen. ,,Stell dir vor“, sagt Baschar, ,,irgendwann kommt ein Freund und erzählt dir, was deine Freundin draußen alles macht, und wenn die hier drin ist, erzählt die dir von Liebe. Dann drehst du doch durch.“

Den Buchtitel ,,Pop Shop“ haben die Jugendlichen selbst gewählt, erzählt Klaus Jünschke. Der Begriff bezeichnet in der Knastsprache Freizeitsperren, die zum Beispiel verhängt werden, wenn Gefangene nachts aus dem Fenster brüllen. ,,Pop Shop“ war in den 70er Jahren eine Radiosendung, die immer zu der Zeit lief, als in den Gefängnissen die Zellen verschlossen wurden. Das 240-seitige Buch kostet 16 Euro und ist im Handel erhältlich. Das Geld, berichtet Jünschke, fließe in die Arbeit des Vereins ,,Kölner Appell gegen Rassismus“. Nähere Informationen zum Buch gibt es auch im Internet.

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